Wieslocher Motorradgottesdienste MoGoDi
Wieslocher Motorradgottesdienste MoGoDi

Vom Umgang mit dem Ärger (Mogodi am 12.10.2014)

Ein kabbalistischer Rat für den Umgang mit Ärger – bereite dich mit dieser Meditation vor, und wenn du spürst, dass der Ärger dich übermannt, gehe sie in Gedanken durch:
Erinnere dich daran, dass alles, was dir widerfährt, aus einer einzigen Quelle kommt, dass es nichts außerhalb dieser Einheit gibt, dem für irgendein Ereignis im Universum die Schuld gegeben werden könnte. Es gibt keine andere Kraft als Gott.
Wenn also jemand dich beleidigt, verletzt oder dein Eigentum beschädigt, so denke daran, dass er über einen freien Willen verfügt und für seine Entscheidung, Unrechtes zu tun, zur Rechenschaft gezogen wird. Dies ist sein Problem. Gott, der Lenker des Universums, sieht seine destruktive Handlung und wird ihn – auf die ihm angemessene Weise »korrigieren« – vertraue darauf.
Dass gerade dir das Unrecht widerfahren ist, ist jedoch dein Problem. Dadurch will Gott gerade mit dir »ins Gespräch kommen«, gerade in dir etwas bewirken, das nur dir gilt und folglich nur du herausfinden sollst.
Die ganze Welt ist Gott, der zu dir spricht. Höre aufmerksam hin.
© Yuval Lapide

"ABS - Auch Beten Sinnlos?" (Mogodi am 24.09.2006)

Der Schiffbrüchige

Ein reicher Athener machte mit anderen eine Seefahrt. Als ein heftiger Sturm aufkam und das Schiff kenterte, suchten sich alle, anderen durch Schwimmen zu retten. Der Athener aber der bei jeder Gelegenheit die Athene anrief, gelobte ihr wunder was, wenn sie ihn rette. Da sagte einer von den Schiffbrüchigen, der in de Nähe schwamm: "Beten kannst du zu Athene, aber du musst auch schwimmen!"


Gedanken zum Thema "fürbittendes Gebet", die Stefan beim Mogodi vorgetragen hat,
könnt ihr ausführlich nachlesen bei Hubertus Halbfas, Der Sprung in den Brunnen. Eine Gebetsschule. Patmos Verlag.

Einen Auszug hieraus könnt ihr hier herunterladen

(aus dem Mogodi am 9. Juli 2006))
„Wachsen lassen"
"Ein Mann hatte seinen kleinen Acker gut vorbereitet, gepflügt und gesät. Er wunderte sich nur nach ein paar Wochen, dass die Saat so langsam aufging. Auf dem Feld des Nachbarn sah er schon kräftigen grünen Wuchs! Von Tag zu Tag wurde seine Ungeduld größer. Er konnte vor Sorge nicht mehr schlafen. Schließlich hatte er eine Idee. Er ging zu seinem Feld und begann, die zarten Halme etwas in die Höhe zu ziehen. Das war eine mühsame Arbeit, aber schließlich hatte er es geschafft. Unterwegs traf er den Nachbarn und erzählte ihm, dass er seinem Korn beim Wachsen geholfen habe. Neugierig geworden, ging der zu dem Feld und sah alles zerstört und verwelkt. Noch lange lachte man im Dorf über den Mann, der nicht warten konnte." (W. Hoffsümmer, Kurzgeschichten 1,7)



"Wir verkaufen nur den Samen"
Ein junger Mann betrat im Traum einen Laden. Hinter der Theke stand ein Engel.
Hastig fragt er ihn: "Was verkaufen Sie, mein Herr?"
Der Engel antwortete freundlich: "Alles, was Sie wollen."
Der junge Mann begann aufzuzählen:
"Dann hatte ich gern das Ende aller Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika, Arbeit für die Arbeitslosen, mehr Gemeinschaft und Liebe in der Kirche und ... und ..."
Da fiel ihm der Engel ins Wort: "Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich falsch verstanden.
Wir verkaufen keine Früchte, wir verkaufen nur den Samen."



(aus dem Mogodi am 25. September 2005))
„Der Blumentopf und das Bier"
Wenn die Dinge in deinem Leben immer schwieriger werden, wenn 24 Stunden im Tag nicht genug sind, erinnere dich an den “Blumentopf und das Bier“.

Ein Professor stand vor seiner Klasse, nahm wortlos einen sehr grossen Blumentopf und begann diesen mit Golfbällen (oder große Flusskiesel) zu füllen. Er fragte die Studenten, ob der Topf nun voll sei. Sie bejahten es.

Dann nahm der Professor ein Behältnis mit Kieselsteinen und schüttete diese in den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die Kieselsteine rollten in die Leerräume zwischen den Golfbällen (Steinen). Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei. Sie stimmten zu.

Der Professor nahm als nächstes eine Dose mit Sand und schüttete diesen in den Topf. Natürlich füllte der Sand den kleinsten verbliebenen Freiraum. Er fragte wiederum, ob der Topf nun voll sei. Die Studenten antworteten einstimmig “ja“.

Der Professor holte zwei Dosen Bier unter dem Tisch hervor und schüttete den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus. Die Studenten lachten.

“Nun“, sagte der Professor, als das Lachen langsam nachliess, “Ich möchte, dass Sie diesen Topf als die Repräsentation Ihres Lebens ansehen. Die Golfbälle (großen Steine) sind die wichtigen Dinge in Ihrem Leben: Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre Freunde, die bevorzugten, ja leidenschaftlichen Aspekte Ihres Lebens. “Die Kieselsteine symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie Ihre Arbeit, Ihr Haus, Ihr Auto. Der Sand ist alles andere, die Kleinigkeiten.

Falls Sie den Sand zuerst in den Topf geben“, fuhr der Professor fort, “hat es weder Platz für die Kieselsteine noch für die Golfbälle.

Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all Ihre Zeit und Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die wichtigen Dinge. Spielen Sie mit den Kindern. Nehmen Sie sich Zeit für eine medizinische Untersuchung. Führen Sie Ihren Partner zum Essen aus. Es wird immer noch Zeit bleiben um das Haus zu reinigen oder Pflichten zu erledigen. “Achten Sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Setzen Sie Ihre Prioritäten. Der Rest ist nur Sand.“

Einer der Studenten erhob die Hand und wollte wissen, was denn das Bier repräsentieren soll.

Der Professor schmunzelte: “Ich bin froh, dass Sie das fragen. Es ist dafür da, Ihnen zu zeigen, dass, egal wie schwierig Ihr Leben auch sein mag, es immer noch Platz hat für ein oder zwei Bierchen.“



(ein paar Texte von der Motorradwallfahrt nach Burgund 4.-11-Juni 2005))

„Die Geschichte von dem Grafen, der sehr sehr alt wurde, weil er ein Lebensgenießer par excellence war"

Er verließ niemals das Haus, ohne sich zuvor eine Hand voll Bohnen einzustecken. Er tat dies nicht etwa, um die Bohnen zu kauen. Nein, er nahm sie mit, um die schönen Momente des Tages bewusster wahrzunehmen und sie besser zählen zu können.

Jede positive Kleinigkeit, die er tagsüber erlebte – z.B. einen fröhlichen Plausch auf der Straße, das Lachen seiner Frau, ein köstliches Mahl, -eine feine Zigarre, einen schattigen Platz in der Mittagshitze, ein Glas guten Weins, der Duft einer Rose -, für alles, was die Sinne erfreute. ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern. Manchmal waren es gleich zwei oder drei.

Abends saß er dann zu Hause und zählte die Bohnen aus der linken Tasche. Er zelebrierte diese Minuten. So führte er sich vor Augen, wie viel Schönes ihm an diesem Tag widerfahren war und freute sich.

Und sogar an einem Abend, an dem er bloß eine Bohne zählte, wer der Tag gelungen und es hatte sich zu leben gelohnt

Zwei Mönche

Es waren zwei Mönche, die lasen miteinander in einem alten Buch, am Ende der Weit gäbe es einen Ort, wo sich Himmel und Erde berühren, einen Ort, wo Gott sei. Sie beschlossen diesen Ort zu suchen und nicht eher umzukehren, bis sie ihn gefunden hätten. Sie durchwanderten die Weit, bestanden unzählige Gefahren, Mühen und Strapazen, aber auch Versuchungen, die einen Menschen vom Ziel abbringen könnten. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen, man brauche nur anzuklopfen und befinde sich bei Gott.

Nach langer Zeit fanden sie, was sie suchten. Sie klopften an die Türe. Bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete. Und als sie eintraten, standen sie zuhause in ihrer Klosterzelle. Da merkten sie: der Ort, wo Himmel und Erde sich berühren, der Ort, wo Gott ist, befindet sich auf der Erde, an der Stelle, wo Gott uns haben will, an der Stelle, wo wir leben.


„Der Mai ist gekommen, die Biker schwärmen aus"

(Motto des Gottesdienstes am 1. Mai 2005)

1. Der Mai ist gekommen, die Biker schwärmen aus,
wer kein’ Sprit hat der bleibe mit Sorgen zu Haus !
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.

2. Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, die nimmer ich passiert;
es gibt so manche Kurve, die ich nicht ausprobiert.

3. Frisch auf brumm, frisch auf brumm im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Motoren erklingen, der Fahrtwind rauscht an mir vorbei,
mein Herz ist wie 'ne Lerche und fühlet sich ganz frei.

4. Hey Kumpel, he Frauchen, kommt holt den Bock hinaus,
Wir geh’n nun auf die Reise, was kümmern uns die Staus!
Ob Sonne, ob Regen, auf Wiesloch fahren wir dann heut’,
denn dort gibt’s für uns den Segen, Musik und nette Leut’.

5. Nach dem Beten wird gegessen und Mopeds angeguckt,
Wir reden Benzin und die Gashand bald uns juckt.
Dann auf in den Odenwald, auf Kurven über’s weite Land,
Und beim Buckelwirt, zum Kaffee, der Weg ist ja bekannt.

6. O Biken, o Biken, du freie Burschenlust, (für Bikerinnen: Mädelslust)
da wehet Gottes Odem so frisch in die Brust;
da singet und röhret der Auspuff zum Himmelszelt:
wie bist du doch so schön, o du weite Bikerwelt !

Text: Stefan von Rüden frei nach Emanuel Geibel (1835)
(der fuhr im Herzen schon Moped, als es diese noch gar nicht gab)
Weise: Justus W. Lyra (1842)

______________________________________________

„Die Seele in die Sonne halten"
(Motto des Gottesdienstes am 6. Juli 2003)

Dem Missionar einer Buschkirche in Neuguinea fiel ein Mann auf,
der immer nach der Sonntagsmesse noch lange Zeit
in der Kapelle auf dem Balken knien blieb,
den man dort anstelle eines Knieschemels gebrauchte.
Er konnte nicht lesen;
er schaute nur mit auf der Brust gekreuzten Armen zum Altar,
der jetzt abgeräumt und leer war.
Einmal nahm sich der Missionar e in Herz und fragte den Eingeborenen,
was er denn da die ganze Zeit tue.
Der antwortete lächelnd:
„Ich halte meine Seele in die Sonne.“

______________________________________________

„Gebet des träumenden Motorradfahrers"
„Guter Gott,
Manchmal träume ich davon...
... weit weg zu fahren, z.B. zum Nordkapp,
eine Expedition zu bestehen, nach Afrika oder Indien z.B.
... als strahlender Sieger über den Ring zu heizen,
und in der Kurve bestaunt und gefeiert zu werden
... mit Sozia oder Sozius auf einem Tourer in den Urlaub zu „dampfen",
gemächlich und bequem durch reizvolle Landschaft zu gleiten
.. als Chopperfahrer, Peter Fonda gleich, auf Easy-Rider-Schwingen
den Wind willkommen zu heißen."

______________________________________________

Motorradsegnung – GEBET:
Herr und Gott, wir stehen vor deinem Angesicht und rufen zu dir:
Segne diese Motorräder, ihre Fahrer und Fahrerinnen
und beschütze sie vor Unglück und Schaden.
Lass’ sie Freude finden am Fahren und erhalte Ihnen die nötige Übersicht.
Bewahre sie vor der Unachtsamkeit von LKW-und Autofahrern
und schenke ihnen Geistesgegenwart,
Coolness sowie das nötige Geschick,
in gefährlichen Verkehrssituation richtig zu reagieren.
Lass’ sie immer wieder wohlbehalten zuhause ankommen.
Das gewähre uns durch Christus, unseren Herrn. AMEN
______________________________________________

Psalm der Motorradfahrers

Ich will Dich loben, Du Gott des Himmels und der Erde,
der Du die Welt geschaffen hast.
Ich will Dich loben, der Du die Berge und die Seen,
die Wiesen und die Wälder meinem Auge zeigst.
Ich will Dich loben, der Du die Straße vor mir ausbreitest,
die Straße mit dem glatten Asphalt.
Gott, wenn ich den Fahrtwind im Gesicht spüre,
fühle ich Deine erfrischende Gunst.
Wenn ich die Bäume und die Felder an mir vorbeigleiten sehe,
so freue ich mich meines Lebens.
Wenn ich mein Motorrad beschleunige,
so drücke ich meine Lebensfreude aus.
Doch Gott, wenn ich in den Morgen fahre,
so weiß ich nicht, ob ich den Abend noch sehen werde.
Gott, behüte mich vor Unfall und Gefahr, vor Leichtsinn und Übermut,
behüte mich auf der Straße und bewahre mein Leben vor dem Tod.
Gott, ich will Dich loben auf der Straße im frischen Fahrtwind, solange ich lebe.
Amen!

______________________________________________

Die Geschichte von "Frederik" und "Werner"

(aus: Motorradgottesdienst am 7. Oktober 2001)

Thema: „Ich sammle Farben für den Winter"

Leo Leonni: Frederik  © Kalle Richstein: "Werner"
 
 Rund um die Wiese herum,
wo Kühe und Pferde grasten,
stand eine alte, alte Steinmauer.
 
Rund herum, wo man auch hinsah in der alten Garage: altes Blech, Werkzeuge im Ölgeruch.
Und: Ein Motorrad.
 In dieser Mauer
- nahe bei Scheuer und Kornspeicher –
wohnte eine Familie schwatzhafter Feldmäuse.
 Im Haus neben der Garage

- nahe beim Stadtzentrum –
wohnte eine WG schwatzhafter
Studenten der Elektrotechnik.
Aber die Bauern waren weggezogen,
Scheuer und Kornspeicher standen leer.
Und weil es bald Winter wurde,
begannen die kleinen Feldmäuse Körner, Nüsse, Weizen und Stroh zu sammeln.

Alle Mäuse arbeiteten Tag und Nacht.

Alle – bis auf Frederik.
 
Aber das Semester hatte bereits wieder begonnen, Mathe-Kurs-IV und Elektrodynamik standen auf den Stundenplänen. Und weil es allmählich Winter wurde, vergruben sich alle in Übungsaufgaben und Klausurvorbereitungen.
Sogar Studentische Hilfsjobs wurden zusätzlich angenommen.
Alle arbeiteten Tag und Nacht.
Alle – bis auf Werner.
 
„Frederik, warum arbeitest du nicht?"
fragten sie.
„Ich arbeite doch", sagte Frederik,
„ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen Wintertage."
 „Werner, warum arbeitest du eigentlich nicht und fährst bei jedem Sonnenstrahl mit deinem Mopped spazieren?", fragten vorwurfsvoll die Kommilitonen.
„Ich arbeite doch", sagte Werner,
„ich sammle Eindrücke für die kalten und dunklen Wintertage."
 Und als sie Frederik so dasitzen sahen,
wie er auf die Wiese starrte, sagten sie:
„Und nun, Frederik, was machst du jetzt?"
„Ich sammle Farben", sagte er nur,
„denn der Winter ist grau".
 Und als sie Werner einmal mehr mit Stiefel und Jacke auf die Strasse aufbrechen sahen, fragten sie:
„ Und nun, Werner, was machst Du jetzt?"
„Ich sammle Farben", sagte er knapp,
„wer weiß, wie lange ich noch fahren kann?"
 Und einmal sah es so aus, als sei Frederik halb eingeschlafen.
"Träumst du, Frederik?"
Fragten sie vorwurfsvoll.
„Aber nein", sagte er, „ich sammle Wörter. Es gibt viele lange Wintertage – und dann wissen wir nicht mehr, worüber wir sprechen sollen"
 Und einmal dachten sie, Werner wollte überhaupt nicht mehr zum Schaffen zurückkommen. „Wovon der überhaupt lebt?" fragten sie nicht ohne arroganten Unterton.
Als er am späten Nachmittag wieder eintraf und ihren Gesichtsausdruck sah, sagte er: „Was ihr immer habt! Man kann doch nicht nur aus Büchern leben!"
 Als nun der Winter kam und der erste Schnee fiel, zogen sich die fünf kleinen Feldmäuse in ihr Versteck zwischen den Steinen zurück.  Als nun der Winter richtig hereinbrach, musste auch Werner seine Maschine einmotten.
Bei fünf Zentimeter Neuschnee und Glatteis ging nichts.
 In der ersten Zeit gab es noch viel zu essen, und die Mäuse erzählten sich Geschichten über singende Füchse und tanzende Katzen.
Da war die Mäusefamilie ganz glücklich!
 
In der ersten Zeit lernte und schaffte nun auch Werner. Es gab ja manches aufzuholen.

Seine Mitbewohner registrierten das mit Wohlwollen: „Na endlich, jetzt hat der auch kapiert, wo´s langgeht!"
 Aber nach und nach waren fast alle Nüsse und Beeren aufgeknabbert, das Stroh war alle und an Körner konnten sie sich kaum noch erinnern.
Es war auf einmal sehr kalt zwischen den Steinen und der alten Mauer,
und keiner wollte mehr sprechen.
 Aber nach und nach schwand der Arbeitseifer. Es fiel schwer, morgens aus dem Bett zu kommen und noch schwerer, sich abends hinter die Bücher zu klemmen.
Auch wenn der eine sich eine neue Stereoanlage und der andere ein neues Laptop leistete,
keiner konnte sich mehr daran erinnern, mit welchem Elan man in das Semester gestartet war.
 Da fiel ihnen plötzlich ein, wie Frederik von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hatte.

„Frederik!" riefen sie,
„Was machen deine Vorräte?"
 Da fiel eines Tages einem ein, das Werner einmal etwas von Eindrücken, Sonnenstrahlen und Farben gefaselt hatte. „Hey", sprach er ihn abends auf dem Gang an, „dir wird der Winter sicher besonders lang, oder?"
 „Macht die Augen zu", sagte Frederik und kletterte auf einen großen Stein.

„Jetzt schicke ich euch Sonnenstrahlen. Fühlt ihr schon, wie warm sie sind? Warm und schön golden?"
Und während Frederik so von der Sonne erzählte, wurde den vier kleinen Mäusen schon viel wärmer.
Ob das Frederiks Stimme gemacht hatte?
Oder war es ein Zauber?
 „Ich mach´ euch einen Vorschlag", sagte Werner, „ihr kommt heute Abend alle zu mir auf die Bude und ich zeige Euch was". -

Als abends die anderen etwas müde und lustlos bei ihm anklopften, hatte Werner bereits seinen Diaprojektor aufgebaut. Auf der Elektroplatte köchelte ein Glühwein vor sich hin und an der Wand hatte er eine große Afrikakarte angepinnt.
 
„Und was ist nun mit den Farben, Frederik?", fragten sie aufgeregt. „Macht wieder eure Augen zu", sagte Frederik. Und als er von blauen Kolrnblumen und roten Mohnblumen im gelben Kornfeld erzählte, da sahen sie die Farben so klar und deutlich vor sich, als wären sie aufgemalt in ihren kleinen Mäuseköpfen.
„Was ist das denn?", fragten sie.
„Setzt euch erst mal hin!", sagte Werner, drückte jedem einen alten Blechbecher in die Hand und verteilte großzügig das dampfende Getränk aus dem schwarzen Kochtopf.
„Mmh", entfuhr es einem,
und ein anderer fragte „Das ist ja lecker, was ist denn da drin?"
 „Und die Wörter, Frederik?"

Frederik räusperte sich, wartete einen Augenblick und dann sprach er wie von einer Bühne herab:
"Wer streut die Schneeflocken?
Wer schmilzt das Eis?
Wer macht lautes Wetter?
Wer macht es leis?
Wer bringt den Glücksklee im Juni heran?
Wer verdunkelt den Tag?
Wer zündet die Mondlampe an?
 Da begann Werner von seiner Sommertour zu erzählen, von der langen Anfahrt durch Frankreich nach Genua, zeigte Bilder prächtiger Patrizierhäuser und zeichnete die Route der Überfahrt nach Algier auf der Karte nach.

Das Getränk stieg den Zuhörern in die Köpfe und in manchem schaukelte es, als säße er selber auf dem obersten Deck der Fähre.
 Vier kleine Feldmäuse
Wie du und ich
Wohnen im Himmel
Und denken an dich.
Die erste ist die Frühlingsmaus,
die lässt den Regen lachen.
Als Maler hat die Sommermaus
Die Blumen bunt zu machen.
Die Herbstmaus schickt mit Nuss
Und Weizen schöne Grüße.
Pantoffeln braucht die Wintermaus für ihre kalten Füße.
Frühling, Sommer, Herbst und Winter
Sind die vier Jahreszeiten.
Keine weniger und keine mehr.
Vier verschiedene Fröhlichkeiten."
 „Ist es das, was du immer meintest mit Sonnenstrahlen- und Farben sammeln?", fragte der eine, allerdings schon nicht mehr ganz flüssig...
Zu den Bildern von Minaretten und Sanddünen sprach er – einfach so –
"Die Meinung von den Reisezwecken
wird sich durchaus nicht immer decken,
wie große Zeugen uns beweisen:
Man reise wohl nur, um zu reisen,
meint Goethe, nicht um anzukommen,
Begeisterungskraft, genau genommen,
sei der ureigenste Gewinn.
Montaigne sieht des Reisens Sinn,
nur darin, dass man wiederkehrt.
Darauf legt auch Novalis wert;
Er drückt es ungefähr so aus:
Wohin wir gehen, wir gehen nach Haus."
 Als Frederik aufgehört hatte, klatschten alle und riefen:
"Frederik, du bist ja ein Dichter!"
 Als Werner aufgehört hatte, klatschten alle und sagten:
"Mensch, Werner, Du hast ja ´ne richtig poetische Ader!"
 Frederik wurde rot,
verbeugte sich und sagte bescheiden:
"Ich weiß es – ihr lieben Mäusegesichter!"
 Werner wurde rot und sagte, dieses Gedicht sei ja eigentlich gar nicht von ihm.
   Aber man hörte die WG-Bewohner noch Jahre danach davon erzählen, dass das Aufstehen am nächsten Tag durchaus ein wenig leichter gefallen sei...



Kohelet (Prediger) für Biker
(aus: Motorradgottesdienst in Wiesloch am 13. Mai 2001)
Thema: „Den Motor (meines Lebens) rund laufen lassen"
 

 Prophet Kohelet (Altes Testament) Biker Kohelet
 3:1 Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: 3:1 Mal ist das, mal was anderes angesagt, je nach dem:
 
3:2 eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,
 3:2 eine Zeit zum Moped anmelden und eine Zeit zum Moped abmelden, eine Zeit zum Pflegen und eine Zeit zum Fahren,
 3:3 eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,  3:3 eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,
 3:4 eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz;  3:4 eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit fürs Auskurieren von Sturzfolgen und eine Zeit für den erneuten Kurventanz;
 3:5 eine Zeit zum Steine werfen und eine Zeit zum Steine sammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,   3:5 eine Zeit zum Steine werfen und eine Zeit zum Steine sammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
 3:6 eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,  3:6 eine Zeit zum Mopedkauf und eine Zeit zum Verkaufen, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,
 3:7 eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, 3:7 eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,
 3:8 eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.  3:8 eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.
 3:9 Wenn jemand etwas tut - welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt? 3:9 Wenn jemand etwas tut - welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt?

 

 

Kohelet (Prediger) für Biker
(aus: Motorradgottesdienst in Wiesloch am 13. Mai 2001)
Thema: „Den Motor (meines Lebens) rund laufen lassen"
 

 Prophet Kohelet (Altes Testament) Biker Kohelet
 3:1 Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: 3:1 Mal ist das, mal was anderes angesagt, je nach dem:
 
3:2 eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,
 3:2 eine Zeit zum Moped anmelden und eine Zeit zum Moped abmelden, eine Zeit zum Pflegen und eine Zeit zum Fahren,
 3:3 eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,  3:3 eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,
 3:4 eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz;  3:4 eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit fürs Auskurieren von Sturzfolgen und eine Zeit für den erneuten Kurventanz;
 3:5 eine Zeit zum Steine werfen und eine Zeit zum Steine sammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,   3:5 eine Zeit zum Steine werfen und eine Zeit zum Steine sammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
 3:6 eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,  3:6 eine Zeit zum Mopedkauf und eine Zeit zum Verkaufen, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,
 3:7 eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, 3:7 eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,
 3:8 eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.  3:8 eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.
 3:9 Wenn jemand etwas tut - welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt? 3:9 Wenn jemand etwas tut - welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt?

Biker-Psalm
(dem biblischen Psalm 16 nachempfunden)

Dir, Gott, will ich vertrauen!
Wenn ich auf meine Maschine steige, erinnere ich mich daran,
dass ich in Deiner Hand bin.
Du bist die Power meines Lebens!
Du gibst mir Speed für den Weg, der vor mir liegt!
Du hast ein Ziel für mich, für das es sich zu leben lohnt!

Um mich herum sind zu viele, die nichts von Dir wissen wollen:
"Glück gehabt", sagen die einen - "Pech gehabt", sagen die anderen.
So denke auch ich hier und da - leider!

Aber ich weiß:
Wer auf der Straße immer nur den eigenen Vorteil sucht,
die anderen schneidet und bedrängt -
wer sich immer und überall auf Kosten anderer durchsetzen will,
der hat irgendwann ausgespielt:
Du lässt Dich nicht dauernd auf die Schippe nehmen, Gott!
Irgendwann spielst Du nicht mehr mit...

Was ich brauche, weißt Du ganz genau, Herr - besser, als ich selbst.
Du kannst sie mir geben:
die Gelassenheit, meine Touren wirklich zu genießen.
Du kannst sie mir nehmen:
die Angst, die mich lähmt, wenn ich handeln oder helfen soll.
Du kannst sie mir schenken:
die Aufmerksamkeit anderen gegenüber.
Du kannst sie mir zuteil werden lassen:
die Liebe, die mir verzeihen hilft - so, wie Du mir vergibst.

Du freust Dich mit mir, wenn ich Gas gebe,
und wenn der Fahrtwind mich die Freiheit erahnen lässt.
Ich finde es gut - und es beruhigt mich auch ein wenig,
dass Du mit mir auf die Bremse trittst, wenn es nötig ist.

Ich bin gewiss, dass Du mich bewahren kannst, Herr,
vor Unfall und Gefahr, vor Unachtsamkeit und Übermut.
Bei Dir ist unser aller Leben in guten Händen.
Du lässt mich nicht zur Hölle fahren.
Du bist und bleibst der treue Gott.

Ich mache mich auf den Weg. Du, Gott, bist bei mir. Amen

Quelle: www.fcg-biker.de

______________________________________________

Gebet für Motorradfahrer

Herr, unter dem Helm bin ich allein mit dir,
inmitten Deiner herrlichen Schöpfung.
Das Asphaltband schlängelt sich durch Wiesen, Wald und Felder,
ich rieche die Natur und spüre fast unendliche Möglichkeiten.
Sanft bebt die Maschine unter mir,
ihre Kraft hast Du in meine Hand gegeben,
fast ist mir, als flöge ich davon.
Winzige Bewegungen meines Körpers und meiner Hände
verändern Horizont und Perspektive.
Unerreichbar bin ich für alle,
die den Rausch meiner Freiheit begrenzen könnten,
allein - und doch nicht allein gelassen von Dir.
Dein Engel fährt mit mir und bewahrt mich vor Unvernunft,
Deine schützende Hand leitet mich von Kurve zu Kurve.
Herr, ich danke Dir für das Leben, das Du mir gegeben hast,
für alle Vielfalt - und für das Motorradfahren.
Reinhard Arnold

Quelle: www.fcg-biker.de

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Wieslocher Motorradfahrer/innengottesdienste MoGoDi